Die 2. Frauenmannschaft des MTV Altlandsberg hat am 2. Spieltag der Verbandsliga Nord die erste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den SV Union Neuruppin erlebte das Team einen Horrorstart ins Spiel und konnte diesen trotz einer starken Aufholjagd nicht mehr egalisieren.

Nach dem Kantersieg zum Saisonauftakt beim Aufsteiger in Prenzlau wollte die 2. Frauenmannschaft gegen Neuruppin nachlegen. Mit Neuruppin kam der Tabellennachbar aus der Vorsaison. Die SV-Handballerinnen landeten mit sechs Zählern Rückstand auf den MTV auf Platz 4 der vorigen Verbandsliga-Spielzeit. Beide Teams konnten jeweils einen Sieg einfahren, demnach standen die Vorzeichen voll auf Spannung.

Mit Spielbeginn ist diese Spannung aber schnell raus, denn die MTV-Frauen erwischen einen eiskalten Start ins Spiel. Nach vier Minuten steht es 0:3. Selbst eine Zeitstrafe gegen die Gäste und die Altlandsberg-Auszeit lassen den Knoten nicht platzen, erst nach elfeinhalb Minuten gelingt Bella-Elisa Kraatz der erste Treffer für die Gastgeberinnen (1:4). Altlandsberg findet überhaupt nicht ins Spiel, Neuruppin hingegen nutzt seine Möglichkeiten und hat so überhaupt keinen Druck, die Spielkontrolle zu behalten. Nach 20 Minuten liegt der MTV bereits 3:11 hinten. Bis zur Pause kann man den Rückstand zumindest halten. 4:4 heißt es in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte. Beim Stand von 7:15 werden die Seiten gewechselt. Es liegt ein dickes Brett im Erlengrund, gespannt darauf, ob es noch angebohrt wird.

Aus der Kabine kommt eine Mannschaft in denselben Trikots, die aber völlig wesensverändert auftritt. Plötzlich ist das Tempo hoch, viel mehr Konsequenz und vor allem der nötige Zugriff aufs Spiel. Das dicke Brett liegt da und die MTV-Frauen haben den Bohrer angesetzt. „Wenn wir das Spiel bei diesem Rückstand noch drehen wollen, müssen wir jetzt über Tempo kommen. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, müssen in der Abwehr aggressiver werden, schnell nach vorne spielen und jede Chance konsequent nutzen. Jetzt heißt es: zusammenbleiben, Vollgas geben und bis zur letzten Sekunde kämpfen“, verrät Trainerin über die Ansprache in der Halbzeit, die offensichtlich fruchtet.

Allerdings verliert der MTV zunächst doch etwas Zeit. Zwar ist das Team jetzt besser im Spiel, den Rückstand kriegt man aber noch nicht weggeknabbert. Bis zur 41. Minute wächst er sogar auf elf Tore an (11:22). Die Schlussviertelstunde bricht an und plötzlich platzt beim MTV endlich der Knoten. Aus einem 14:25 (46.)wird plötzlich ein 21:26 (54.). Der MTV ist jetzt am Drücker – zu spät?

Als die letzten zwei Minuten anbrechen liegt der MTV immer noch mit vier Toren hinten. Henrike Fruhriep trifft zum 24:27, danach trifft Neuruppins Ariane Neumann aber zum 24:28 und macht den Deckel drauf. Zwar machen Sophia Fricke und Bella Kraatz noch zwei Tore in nur 60 Sekunden, aber die furiose Aufholjagd kommt zu spät. In der Vorsaison gewann Neuruppin sein Heimspiel mit drei Toren, das Spiel in Altlandsberg gewann der MTV mit einem Treffer. Nun gewinnt Neuruppin mit 28:26 – zwei Tore Unterschied. Am 28. Februar 2027 gastiert der MTV in Neuruppin – falls da jemand keine Lust auf einen dramatischen Kinofilm hat, ist dieses Duell definitiv eine Alternative.

Neuruppin schafft mit dem Sieg den perfekten Saisonstart. Nach dem 36:26-Erfolg gegen Blau-Weiß Dahlewitz hat Neuruppin 4:0 Punkte, ebenso wie die HSG RSV Teltow/Ruhlsdorf und der Finowfurter SV. Kommenden Samstag reist die zweite Mannschaft des MTV nach Teltow/Ruhlsdorf zum Duell gegen den Tabellenführer.

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