Am letzten Wochenende lieferten unsere A-Mädels ein wirklich hochklassiges Spiel ab – so richtig zufrieden war hinterher aber niemand.

‚Wie das?‘ fragt sich der Leser berechtigterweise. Skizzieren wir zunächst das Setting: als Gegner stand der SV Lok Rangsdorf ins Haus – in dieser Saison ein mächtig ‚dickes Brett‘! Bislang absolut ungeschlagen an der Tabellenspitze und auch das Hinspiel war, aus verschiedensten Gründen, mit einer bitteren 23:33 Niederlage nicht gerade als Ruhmesblatt in unserer Saisonchronik vermerkt. Es galt also einen Sieg aus Rangsdorf mitzunehmen um überhaupt einen ersten Tabellenplatz als theoretisches Gedankenkonstrukt überhaupt in Erwägung ziehen zu können.

Entsprechend hatte das Team sich auch vorbereitet, motiviert und in den letzten Wochen zielgerichtet auf dieses Spiel hin trainiert – frisch und hochmotiviert lief man in der Rangsdorfer Halle auf. Nach dem Anpfiff boten beide Mannschaften wirklich erstklassigen Handball: vor allem in der Deckung vermochten beide Seiten auf sehenswertem Niveau zu brillieren und schnell wurde klar, daß mit einem torreichen Spiel eher nicht zu rechnen wäre und beide dem Gegner tormäßig keinen großen Vorsprung lassen würden. Jeder Angriff wurde auch von den Zuschauern mit großen Emotionen begleitet und jede Aktion fand Raum für umfassende Kommentare und Diskussionen. Ab der zwanzigsten Minute konnten sich dann die Gastgeberinnen erstmals auf eine zwei Tore Führung absetzen, die sie dann in einem zähen und teil überhartem Ringen bis zur Halbzeit auf 12:9 ‚ausgebaut‘ wurden.

In der Halbzeitpause galt es deshalb unsererseits noch einmal einen Motivationsschub zu setzen, die ausgezeichnete Deckungsarbeit zu loben und wertvolle Hinweise zur Behebung klarer Schwachpunkte zu geben. Dann ging es in die zweite Halbzeit: Rangsdorf legte keck noch einmal zwei Tore nach, dann kämpften unsere Mädels sich aber bis zur vierzigsten Minute wieder auf zwei Tore ran. Rangsdorf kämpfte, konnte wieder etwas Luft gewinnen, aber erkennbar hatten unsere Mädels den Gegner zunehmend besser im Griff – aber leider nur in der Abwehr! Alles was Abwehr und Tor an guter Basis nun boten konnte vorne im Angriff wieder und wieder nicht in Erfolge umgesetzt werden: Fehlpässe, unkoordinierte Zuspiele, klare Chancen am Tor vorbei- oder immer wieder darübergeworfen, Würfe aus der ‚zweiten Reihe‘, die eher den Charakter eines Passes in die wartenden Hände der gegnerischen Torfrau trugen usw. usf. … es kam einfach zunehmend weniger zusammen. Trotztdem kämpfte man sich in der achtundfünfzigsten Minute auf ein Tor heran und hatte den Sieg immer noch irgendwie in der Hand!

Nun schien der (innere und wohl selbst gesetzte Druck) endgültig zu groß zu werden, denn statt nun konzentriert zum endgültigen Streich auszuholen schenkte man dem Gegner regelrecht einfache Chancen und damit das Spiel – entsprechend hörbar war das deutliche Aufatmen auf der Rangsdorfer Bank als beim 18:16 der Schlusspfiff ertönte … auf unserer Seite hingegen eher gedämpfte Stimmung und lange Gesichter.

Man konnte im Spiel auch als Bank und Zuschauer mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns hadern – muss aber klar sagen, daß hier eher nicht die Ursache unserer Niederlage zu suchen war … man hätte sich höchstens gewünscht, daß deutlich eher dem teils überhartem Körpereinsatz der Rangsdorfer Mannschaft, der neben Blessuren auf unserer Seite auch zu etlichen eigenen ‚Selbstverletzungen‘ führte, auch im Interesse der Spielerinnen selbst Grenzen gesetzt worden wären.

Aber wie gesagt: die Niederlage war klar selbst verschuldet, obwohl man den Sieg praktisch in der Hand hatte. Es gilt, diese Erkenntnis schnell wieder aus den Köpfen herauszubekommen und das brilliante, disziplinierte und koordinierte Zusammenwirken wie man es in der hervorragenden Abwehrleistung zu demonstrieren vermochte, auch in die anderen Teile des Spiels, speziell den Angriff, hineinzutragen und damit die eigene gute Arbeit auch wirklich zum gebührenden Erfolg zu führen.

Am Spiel nahmen teil:

Alina (1 Tor), Anna K. (6), Anna M., Carolin (Tor), Florentine (1), Freya (Tor), Joy, Julia (1), Katharina, Madelaine, Melanie (4), Romina (1), Sarah (2), Tina

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