Am kommenden Samstag (Anwurf: 17:00 Uhr) treffen die Oberligaherren des MTV 1860 Altlandsberg auf die guten Bekannten aus Ludwigsfelde. Immer dramatische, immer spannende, immer emotionale Veranstaltungen. Und für den Tabellenstand beider Teams nicht unbedeutend.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die Fotos der extatisch jubelnden MTV-Fans im Moment des Aufstieges des Herrenteams in die 3. Liga, die bis heute den Foyerbereich der Erlengrundhalle zieren, in der Heimhalle des Ludwigsfelder HC entstanden sind. Die Begegnungen dieser beiden Teams sind niemals Partien, die sich so wegspielen und danach rasch in Vergessenheit geraten.

Beispielsweise das Hinspiel aus dieser Saison. Ein stetes Auf und Ab. Zwischenzeitlich führte der LHC mit fünf Toren (19:14 in der 41. Minute) und musste dennoch den Ausgleich durch Florian Riegler hinnehmen (24:24, 30 Sekunden vor Abpfiff). Die Ludwigsfelder behalten aber die Nerven, gingen wieder mit 25:24 in Führung – und brachen gleich darauf in hemmungslosen Jubel aus. Die LHC-Bank stürmte aufs Feld, einige LHC-Fans auch. Kollektive Jubeltänze auf der Platte. Nur: Die Spielzeit war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht abgelaufen. Aber weder die Unparteiischen, noch das Kampfgericht stellten sich dem Freudenchaos entgegen.

Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass es bei uns in der Erlengrundhalle zu solch irregulären Szenen kommen wird”, kann MTV-Coach Tilo Leibrich inzwischen über das Hinspiel schmunzeln, bei dem die Zielline eher umgangen, denn überschritten wurde. “Aber wir rechnen natürlich alle mit einem abermals spannenden Spiel, bei dem sich beide Teams nichts schenken werden. Wir wollen uns im oberen Tabellenviertel fest etablieren. Ein Sieg über Ludwigsfelde würde da deutlich weiter helfen.”

Erstens sowieso, mag man dem Altlandsberger Übungsleiter beifplichten, vor allem aber aufgrund der derzeitigen Tabellenlage. Der MTV liegt auf Platz 4, der LHC auf Platz fünf. Die Momentaufnahme ist jedoch verzerrt, denn die Ludwigsfelder haben erst 15 Spiele absolviert, die Altlandsberger bereits 16. Der eine Punkt Vorsprung, den die Tabelle aktuell für die Grün-Weißen ausweist, könnte also in der Endabrechnung gar keiner mehr sein. Und auch die Oberliga-Tabelle wird am Ende zusätzlich nach dem direkten Vergleich berechnet – und da liegt Ludwigsfelde mit zwei Punkten und einem Tor vorn.

Um diesen Effekt zu bereinigen, müssten die MTV-Herren also mit mindestens zwei Toren Vorsprung gewinnen. “Zunächst mal wollen wir natürlich in unserer eigenen Halle, vor unseren eigenen Fans und mit ihnen im Rücken gewinnen”, tritt Tilo Leibrich dezent auf die Euphoriebremse. “Wie hoch ein Sieg ausfallen könnte hängt aber von so vielen unwägbaren Faktoren am Spieltag selbst ab, dass ich hier keine Prognosen abgebe.”

Zumal die Ludwigsfelder die Reise um die Bundeshauptstadt herum nicht antreten, um die zwei Punkte mehr oder weniger widerstandslos abzugeben. Sie werden sich wehren, mit allem was sie haben und sie sind bei Leibe keine Laufkundschaft. “Tatsächlich ist für mich das Rückspiel gegen Ludwigsfelde so etwas wie die Nagelprobe unseres derzeitigen Leistungsstands”, erläutert Tilo Leibrich. “Wir haben in den vergangenen fünf Partien nicht mehr verloren. Da waren gute und es waren glückliche Spiele dabei. Und die Ironie will es, dass das einzige Spiel in diesem Quintett, das wir nicht gewonnen haben, das 22:22 gegen die Füchse II, unser bestes war. Gegen Ludigsfelde müssen wir nun zeigen, dass diese schöne Serie kein Zufall ist, sondern Ergebnis kontinuierlicher, guter und engagierter Zusammenarbeit aller Beteiligter.”

Foto: Edgar Nemschok

Suche