Die Oberligaherren des MTV 1860 Altlandsberg unterliegen einmal mehr dem Ludwigsfelder HC knapp und mal wieder nach insgesamt wirren Spiel mit 29:30 (15:15) Toren.

Selbst in der Wolle gefärbte MTV-Fans konnten nach turbulenten 60 Minuten Spielverlauf und Ergebnis nur noch mit Humor begegnen. Der vielleicht schönste Kommentar eines ungenannt bleibenden Anhängers: “Wie soll das ein normales Spiel unserer Mannschaft sein, wenn Jopa (das ist Josip Perkovic) am Ende ohne eine einzige Zwei-Minuten-Strafe da steht.”

Wobei das Endergebnis schon auf eine ganz normale Partie MTV gegen LHC schließen lässt. Alle Begegnungen der letzten zwei Jahre sind so oder so ähnlich verlaufen, haben so oder so ähnlich geendet. Saison 2016/17, Hinspiel: 29:28 für Ludwigsfelde. Saison 2016/17, Rückspiel: 32:30 für Ludwigsfelde. Saison 2017/18, Hinspiel: 25:24 für Ludwigsfelde. Saison 2017/18 Rückspiel: 30:29 für Ludwigsfelde.

Ludwigsfelde können wir ganz offensichtlich nicht”,flüchtet sich auch MTV-Coach Tilo Leibrich in staubtrockenen Sarkasmus, wohl wissend, dass seine Schützlinge die Gegner über weite Strecken eigentlich im Griff hatten. Vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte schienen die Grün-Weißen ein Mittel gegen die beinharte Ludwigsfelder Abwehr gefunden zu haben. Zwischen der 36. und der 39. Minute wies die Anzeigentafel den höhsten MTV-Vorsprung der gesamten Partie aus: 20:16 bzw. 22:18.

Aber weite Strecken sind eben nicht alle und eigentlich ist nicht wirklich. Wieso die Grün-Weißen den Vorprung nicht halten, geschweige denn ausbauen konnten? Der Gründe gab es viele. Die Disqualifikation Toni Schäls zum Beispiel. Oder fünf, sechs Angriffe in Folge, an deren Ende der Ball eher unmotiviert weg- als ergebnisorientiert aufs gegenerische Tor geworfen wurde. Oder der nie besonders intelligente Einfall, sich stärker an den Entscheidungen der Unparteiischen abzuarbeiten, als am eigenen Spielaufbau, respekive den Angriffsbemühungen des Gegners. So ab Mitte der zweiten Hälfte war es der einmal mehr hervorragend aufgelegte Philipp Pohl im Altlandsberger Tor, der quasi im Alleingang, gehaltener Sieben-Meter inklusive, eine frühere Ludwigsfelder Führung verhinderte.

Tatsächlich lagen die Gäste nur zwei Mal selbst in Führung. Einmal in der 5. Minute (2:1) und dann zwischen der 55. und 60. Selbst das aus Altlandsberger Sicht frustrierende Zwischenergebnis von 29:27 für den LHC in der 56. Minute konnte der MTV drei Minuten später egalisieren. Da dies aber ein Spiel ggen Ludwigsfelde war, gelang den Gästen in den Schlusssekunden irgendwie der 30:29 Siegestreffer. Der Rest war die bei Partien zwischen den beiden Teams übliche große Aufregung, die aber auch nicht mehr korrigieren konnte, was zuvor auf dem Feld versäumt worden war.

Natürlich haben wir es mehrfach im Lauf der Partie versäumt, unsere Überlegenheit zu nutzen, um den berühmten Sack zuzumachen”, räumte der Altlandsberger Übungsleiter nach der Partie ein. “Hätten wir in diesen Momenten etwas souveräner agiert und die Ludwigsfelder nicht immer wieder herankommen lassen, hätte es die Crunch-Time am Ende, die der LHC unter seiner Trainerin Nicole Klante für sich hatte entscheiden können, gar nicht gegeben.”

So aber ist die Begegnung MTV vs. LHC aus Altlandsberger Sicht das saisonübliche Streichergebnis, das wenigstens Arian Thümmler in halbwegs guter Erinnerung bleiben dürfte. Der krönte nämlich seine zuletzt steil aufwärts weisende Formkurve nicht nur aufgrund seiner sechs Treffer mit seiner bisher besten Saisonleistung. Und selbst er konnte der Sache am Ende eine humoristische Seite abgewinnen: “Beim nächsten Spiel gegen den LHC spiele ich Mist, dafür gewinnen wir.”

MTV:

Philipp Pohl (Tor), Emmanuel Frimpong (Tor), Nico Cornelius 4, Kai Herrmann, Stefan Kurth, Josip Perkovic, Fabian Plaul 4, Florian Riegler 5, Toni Schäl 4, Arian Thümmler 6, Ridha Trabelsi, Stephan Untermann, Dominic Witkowski 6/2.

Foto: Edgar Nemschok

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