Standing Ovations, euphorisierte Trainer und Spieler und ein Gefühl von Stolz. So die Gefühlslage nach den 60 Minuten Spitzenhandball in der Erlengrundhalle in Altlandsberg.

Die Männer des MTV Altlandsberg haben das geschafft, was bisher noch keiner Mannschaft in der Oberliga Ostsee-Spree gelungen ist. Sie haben den Stralsunder HV geschlagen, 30:28 und das mit einer vollends überzeugenden Teamleistung. Doch wie war das möglich?

Schon unter der Woche schwor man sich auf das Spitzenspiel ein. Die ganze Woche wurde den Spielern in der Kabine durch psychologische Kniffe verdeutlicht, warum man die Stralsunder schlagen würde. Man bereitete sich akribisch vor, stellte sich auf die Stärken der Stralsunder ein und war sich sicher: Wenn man all das am Wochenende auf die Platte bringt, kann man die Stralsunder schlagen.

Der Samstag war gekommen und alles war bereit für einen Samstagabend mit Spitzenhandball in der Erlengrundhalle, die sehr gut gefüllt war. An dieser Stelle auch ein dickes Lob an die mitgereisten Fans des Stralsunder HV, die gemeinsam mit den Altlandsberger Anhängern für den passenden Rahmen sorgten.

Das Spiel begann direkt mit hohem Tempo und die Altlandsberger konnten nach einem anfänglichen 1:2 Rückstand beim 3:2 die Führung übernehmen. Die Stralsunder konnten lediglich zum 3:3 ausgleichen, denn danach lag der MTV stets in Front, teilweise mit 4 Toren Vorsprung (13:9, 15:11, 17:13). Zur Halbzeit konnten die Stralsunder jedoch verkürzen und sorgten durch ein Tor von Benjamin Hinz für den 17:15 Halbzeitstand. Die Männer des MTV merkten spätestens nach dieser 1. Halbzeit: „Hier ist heute alles möglich“ und genau so starteten sie auch in Hälfte zwei.

Es folgte die stärkste Phase des MTV. Hinten nagelte der unfassbar stark aufgelegte Philipp Pohl seinen Kasten zu, hielt unter anderem fünf 7-Meter und vorne wurde über das Tempospiel eiskalt durch Ridha Trabelsi oder Marco Leupert verwandelt, sodass es nach 36 Minuten 22:17 stand. Diesen Vorsprung konnte man konstant bis zum 27:23 durch Marco Leupert halten und man hatte sogar die Chance, weitere zwei Tore zwischen sich und den Tabellenführer zu bringen, doch genau jetzt begann dessen stärkste Phase. So kam es, dass sie zum 27:27 in der 58. Minute ausgleichen konnten.

In der 59. Minute konnte Marco Leupert mit einem 7-Meter Punkt wieder auf 29:28 erhöhen, doch es war noch knapp eine Minute zu spielen und die Stralsunder hatten den Ball. Sie räumten über Linksaußen ab und Benjamin Hinz kam zum Abschluss. Doch er machte die Rechnung ohne Philipp Pohl, der nochmals die Großchance vereitelte, sodass der MTV wieder in den Ballbesitz kam. Coach Leibrich nahm die Auszeit bei noch 38 Sekunden Restspielzeit. Man besprach sich, schwor sich nochmals ein und selbst die nun aggressive Manndeckung des SHV hielt die Männer um Kapitän Dominic Witkowski nicht mehr davon ab, auch den letzten Angriff sauber auszuspielen. Und so konnte Phillip GOHL, hier ein Gruß an die Redaktion der Ostsee-Zeitung, den Schlusspunkt zum 30:28 und somit zu den umjubelten 2 Punkten setzen.

MTV-Urgestein Andre Witkowski fasste es nach dem Spiel passend zusammen: „Es ist eine schwierige Saison, aber heute konnte man endlich sehen, welches Potenzial in euch steckt.“ Die Mannschaft zeigt in den letzten Wochen, wenn auch deutlich zu spät, was vielleicht drin gewesen wäre, wenn alle Räder bereits frühzeitig ineinandergegriffen hätten. Doch ein Ziel haben sie nun noch fest vor Augen: Den 3. Tabellenplatz. Durch die gleichzeitige Niederlage des HV Grün Weiß Werder beträgt der Rückstand auf den Bronzerang nur noch einen Punkt, und den will man so schnell es geht aufholen.

Die nächste Chance dazu bietet sich bereits am kommenden Samstag, wieder in der heimischen Erlengrundhalle und wieder bei einem Duell der besonderen Art, denn es ist Derbyzeit. Der Grünheider SV wird zu Gast sein und die stehen weiterhin mitten im Abstiegskampf. Ein Sieg gegen den ewigen Rivalen wäre eine Art Befreiungsschlag für die Grünheider und für die Altlandsberger wäre eben jener ein weiterer Schritt Richtung Platz 3. Es wird also wieder spannend und emotional am Samstag ab 19:00 Uhr. Die Mannschaft freut sich erneut auf die Unterstützung der Fans.

Suche