Die Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg wurden von den Zweitligaabsteigerinnen JUNGE WILDE Hannover-Badenstedt mit 42:26 (18:12) regelrecht aus der eigenen Halle gekantert – allerdings unter tätiger Mithilfe der Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg.

Ob sich die MTV-Damen vor dem Anpfiff gegen die Absteigerinnen aus der 2. Bundesliga etwas ausgerechnet hatten, werden abschließend nur sie selbst beantworten können. Dass sechs Minuten nach dem Anpfiff beim Männer-Turn-Verein die Hoffnung auf eine veritable Überraschung keimte, war den Akteurinnen auf dem Feld ebenso anzusehen, wie an der Anzeigetafel an der Stirnseite der Erlengrundhalle abzulesen: Heim 4 : Gast 1prangte dort weithin sichtbar.

Das war allerdings auch schon der letzte Moment dieser Partie, an dem die Gastgeberinnen so etwas wie Freude verspürt haben dürften. Danach übernahmen die JUNGEN WILDEN aus Hannover-Badenstedt – erwartungsgemäß – das Heft des Handelns und bald auch die Führung, die sie kontinuierlich bis zum Abpfiff auf schwindelerregende Höhen trieben.

Allerdings nicht ohne die ebenso unnötige wie dennoch tätige Mithilfe der Altlandsbergerinnen. Sie leisteten sich allein 16 Fehlabgaben oder -pässe, die alle postwendend in den Händen der einen oder anderen Gegnerin landeten. Die daraus resultierenden Tempogegenstöße mündeten allein 14 Mal im Altlandsberger Netz. Vor allem bei den Pässen über die Köpfe der gegnerischen Abwehr hinweg lauerten die JUNGEN WILDEN regelrecht auf die Bälle. Dennoch hörten die MTV-Damen nicht damit auf. Dadurch geht auch vollkommen unter, dass 26 Tore (davon in der zweiten Halbzeit mehr als in der ersten) gegen ein Team, das eben noch in der 2. Bundesliga spielte, sehr achtbar sind.

So deprimierend der bloße Blick auf das Ergebnis aber auch sein mag, so falsch wäre es, frühzeitig den Stab über die grün-weiße Truppe zu brechen. Ein Sieg gegen die gut ausgebildeten, jungen und athletisch auf den Punkt fitten Mädels war von vornherein eher unwahrscheinlich. Die hohe Fehlerquote war darüber hinaus auch dem nach wie vor hohen Krankenstand, beziehungsweise den daraus resultierenden limitierten Wechselmöglichkeiten geschuldet.

Das sollen keine Entschuldigungen für den deutlich suboptimalen Heimauftritt der Altlandsbergerinnen sein, aber eben doch teilweise Erklärungen. Deren Ursachen zu beseitigen, wird in den nächsten Tagen und Wochen Hauptaufgabe des Trainer- und Betreuerteams sein. Denn solche Niederlagen haben die treuen MTV-Fans nicht verdient.

Aber all das soll nicht vergessen lassen, Nachwuchstalent Julia „Jule“ Raddatz zu ihrer Leistung zu gratulieren. Nicht nur, aber auch weil sie ihrem sowieso gelungenen Auftritt mit drei Toren gegen dieses Topp-Team aus Hannover das Sahnestückchen aufgesetzt hat.

MTV:

Jennifer Höft (Tor), Freya Wagner (Tor), Manja Berger, Josephine Dähne 3, Annika Fleck 2, Ann-Catrin Höbbel 11/5, Josephin Keßler 1, Sophia Mattisseck, Christine Miniers 3, Julia Raddatz 3, Marlene Steffen 3, Anne Weier.

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