Die Handball-Männer des MTV Altlandsberg haben gegen den SV Warnemünde mit 36:24 gewonnen. Es war der sechste Sieg dieser Saison – und er war so wichtig! Das betonte auch Trainer Roy Kalweit nach dem Spiel, der seine Männer sehr lobte. Allerdings, wie das bei Trainern so üblich ist, hatte auch er einige Kritikpunkte. „Es gab da so eine Phase kurz vor der Halbzeit, in der wir wieder nachgelassen haben. Wir hatten schon sieben Tore Vorsprung und haben unsre Gäste vor allem durch eigene Nachlässigkeiten wieder ein Stück herankommen lassen. Aber, und das ist das Gute heute, unsere Schwächephasen waren diesmal sehr kurz. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden.“

Es war ein seltsames Bild, das sich beim Einlaufen den Mannschaften bot. Der MTV hatte einen nahezu vollen Kader zu bieten, die Gäste kamen deutlich ersatzgeschwächt. Neun, damit war klar, dass die Männer in Rot das hohe Tempo des MTV nicht lange mitgehen können. Torhüter Maik Hintze sagte trotzdem: „Eigentlich hätten wir die Partie absagen müssen. Wir haben zahlreiche verletzte und kurzfristig erkrankte Spieler. Aber wir geben unser Bestes und müssen da heute irgendwie durch.“

Und der MTV machte das wirklich gut. Spielte mit hohem Tempo, wirkte sehr athletisch und leichtfüßig. Dazu kam, dass jeder immer den Blick für den besser postierten Nebenmann hatte. Und wenn es dann einmal richtig gut läuft, kommt auch Glück dazu. Wie zum Beispiel beim Tor von Maximilian Hawaleschka. Sein schöner Heber über den Torwart hinweg ging zunächst vom rechten an den linken Innenpfosten und dann ins Tor (6:3). Nach 21 Minuten stand es 16:9 für den MTV. Dabei waren längst nicht alle guten Möglichkeiten der Gastgeber erfolgreich umgesetzt. Zum Beispiel trafen zweimal die Schützen vom Sieben-Meter-Punkt aus nur die Querlatte. Zur Pause stand es 18:15. Co-Trainer Rudi Föllen mahnte da noch: „Na ja, wir schießen wieder einmal den gegnerischen Torwart berühmt.“

Doch die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem Sturmlauf des MTV. Bemerkenswert eine Szene aus der 46. Minute. Der MTV hatte bei einer eigenen Strafzeit für Max Winkler seinen Torhüter aus dem Spiel genommen und dafür einen sechsten Feldspieler gebracht. Der Angriff scheiterte und Warnemünde warf sofort auf das leer MTV-Tor. Routinier Dominik Witkowski, rettete im Zurücklaufen artistisch und bewies, dass der 36-Jährige mit seiner Erfahrung immer noch ein großer Rückhalt seiner Mannschaft ist. 

Ein großartiges Spiel machte auch Konstantin Gorka. Wenn er in der Rückraum-Mitte des MTV an den Ball kam, wurde es für Warnemünde fast immer gefährlich. Mit seinen schnellen Körperdrehungen hatten die Abwehrspieler große Schwierigkeiten. Neun Tore gingen auf sein Konto. „Ja, das Spiel Mann gegen Mann liegt mir sehr. Wenn ich dann noch ein bisschen Platz habe, kann ich meine Schnelligkeit gut ausspielen. Das hat mir heute viel Spaß gemacht.“

So wurde der Abend in der „Erlengrund-Hölle“, wie Hallen-DJ Torsten Schäfer die Heimstätte des MTV nennt, nach der Schluss-Sirene zur Partymeile. Einen großen Anteil an der Stimmung in der Halle hatten die Fußballer des MTV. Sie selbst hatten am Nachmittag ihr Spiel in der Ostbrandenburgliga gegen die Spielgemeinschaft Tauch/Ahrensdorf mit 4:2 gewonnen. Nach zahlreichen schweren Spielen zuvor konnte der Sportliche Leiter des MTV, Gordon Roth, mit einem Gruß an die Liga nun verkünden: „Wir sind wieder da!“. 

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