Die Oberligaherren des MTV 1860 Altlandsberg schlagen den ambitionierten Aufsteiger BFC Preußen in dessen eigener Halle mit 27:23 (14:13) – und spüren immer noch Luft nach oben.

Die erste Halbzeit muss aus Altlandsberger Sicht eher unter der Kategorie „na ja“ abgelegt werden. In Führung lagen die Gäste hier lediglich in den ersten (3:2) und in den letzen fünf Minuten (14:13). Dazwischen trumpften die Hausherren auf, zeigten nachhaltig, weshalb sie ein Aufsteiger sind, mit dem gerechnet werden muss. Phasenweise lagen sie mit drei Treffern in Front. Phasen, in denen es nicht unbedingt danach aussah, als würden die Altlandsberger ungeschoren aus der Angelegenheit heraus kommen. Lakonischer Kommentar von MTV-Coach Tilo Leibrich: „Unser Talent, uns selbst das Leben schwieriger als wirklich notwendig zu machen, ist einfach bemerkenswert.“

Mindestens so bemerkenswert, wie die Ansprache des Übungsleiters in der Halbzeitpause. Ihr Wortlaut ist Außenstehenen zwar nicht überliefert, aber was immer auch gesagt wurde, Tilo Leibrich sollte es sich gut für vergleichbare künftige Gelegenheiten merken. Praktisch mit dem Anpfiff der zweiten 30 Minuten stand da ein deutlich konzentrierteres, zielbewussteres Altlandsberger Team auf der Platte, dem der Siegeswillen nun ins Gesicht geschrieben stand.

Dementsprechend legten die Grün-Weißen los. Der zweite Durchgang war gerade fünf Minuten alt , da hatten Marco Leupert und Ridha Trabelsi mit jeweils zwei Treffern aus dem einen Tor Vorsprung fünf werden lassen. Diese Altlandsberger Sturm- und Drangphase hatte bis zur Mitte des zweiten Durchgangs bestand. Genau diesen Umstand kreidete Altlandsbergs Coach seinen Schützlingen im Nachhinein an: „Das unterscheidet uns noch von einer echten Spitzenmannschaft. Wir erkämpfen und einen Vorsprung, legen die notwendige Dominanz aufs Parkett – und hören dann wieder damit auf, obwohl das Spiel erst in zenh, fünfzehn Minuten aus ist. Wirklich abgezockte Teams machen in solchen Momenten den Sack zu, legen die Grundlage, dass sie bis zum Abpfiff nicht mehr in Gefahr geraten.“

Zur Ehrenrettung der Grün-Weißen muss man allerdings feststellen, dass auch sie nicht mehr wirklich in Gefahr gerieten. Zwar gelang es den Preußen wieder auf Schlagdistanz heran zu kommen und eigentlich bis zum Ende zu bleiben, mehr aber auch nicht. Was ganz maßgeblich an Altlandsbergs gewohnt verlässlichen Fels in der Brandung, Torsteher Philipp Pohl,a lag, der seinen Vorderleuten ein ums andere Mal mit überragenden Rettungsaktionen den Vorsprung bewahrte und ebenso an einem ganz stark aufspielenden Ridha Trabelsi, mit sieben Treffern an diesem Abend bester MTV-Schütze. In den Augen der Mannschaft, „ein Arbeitssieg gegen den erwartet starken Aufsteiger. Wir haben den notwendigen Teamgeist an den Tag gelegt und den Kampf auch in unseren schwächeren Momenten immer angenommen. Nächste Woche, zu Hause gegen Neubrandenburg wird es wieder ein Stück besser werden.“

Die Anfangsdepression nach der selbstverschuldeten Niederlage gegen Usedom dürfte nun endgültig der Vergangenheit angehören. Auch tabellarisch haben sich die zwei Siege seitdem ausgewirkt. Die Altlandsberger sind mittlerweile auf Rang 3 der Tabelle der Ostsee-Spree Liga angekommen. Natürlich weiß jeder um die höchstens eingeschränkte Aussagekraft einer Tabelle nach dem nur dritten Spieltag. Aber es sieht schon mal gar nicht schlecht aus und bereitet die Stimmung für den kommenden Doppelheimspieltag am kommenden Samstag.

MTV:

Philipp Pohl (Tor), Karsten Sattler (Tor), Phillip Gohl 2, Dominique Henschel, Lukas Hopp, Marco Leupert 6/1, Josip Perkovic, Fabian Plaul 4, Florian Riegler 5, Toni Schäl, Arian Thümmler 1, Ridha Trabelsi 7, Christian Untermann, Dominic Witkowski 2.

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