Dominique Henschel, seit einem Monat 20 Jahre alt, zählt zur kleinen aber feinen Schar der Neuzugänge bei den Altlandsberger Oberligaherren – und hat sich bereits blendend eingelebt in dieses so besondere Biotop MTV.

Die klassische Einstiegsfrage beinahe jeder Spielervorstellung, „wieso Handball?“, führt bei Dominique Henschel weit in die Vergangenheit. „Ich glaube, Handball wurde mir in die sprichwörtliche Wiege gelegt“, schmunzelt der mittlerweile 1,78 hohe Student. „Mein Vater war Handballer. Meine Mutter war Handballerin. Sogar mein Opa war Handballer.“ Da wird eine Linie erkennbar und man ahnt zu welch herben familiären Zerwürfnissen es geführt hätte, wenn jung Dominique mit so etwas wie Turmspringen um die Ecke gekommen wäre. „Ich glaube, der Beschluss, dass ich Handballer werde stand schon weit vor meiner Geburt fest.“

Da lässt sich nur von Glück für alle Beteiligten reden, dass Dominique Henschel nicht nur zum Handball musste, sondern das zum einen sehr gerne tat und zum zweiten auch noch mit einem gerüttelt Maß an Talent gesegnet ist (kein Wunder bei den Genen, hört man da den einen oder die eine förmlich raunen). 2005 fand der Jungspund zur SG AC/Eintracht Berlin und blieb dort bis zur Saison 2013/14. „Das sind natürlich wir für jeden jungen Menschen auch für mich ganz entscheidende Jahre gewesen und ich erinnere mich heute noch gerne und mit Dankbarkeit an meine Trainer Netti und Mirco Bähr, die mich handballerisch aber auch über den Sport hinaus als Mensch ganz nachhaltig geprägt haben.“

Seinen bisher größten Erfolg durfte Dominique aber dennoch nicht mit der Eintracht feiern, sondern mit seinem nächsten Club, den Berliner Füchsen. Dort verbrachte er zwar nur eine Spielzeit (2014/15), konnte sich aber an deren Ende als Deutscher B-Jugend Meister feiern lassen, ehe er für die folgenden drei Serien zur SG NARVA Berlin wechelte. „Bereits vor der letzten Saison hatte ich ernsthaft darüber nachgedacht, zum MTV zu gehen. Schließlich wollte ich unbedingt höherklassig und irgendwann mal nach Möglichkeit auch 3. Liga spielen. Und der MTV hat ohne Zweifel eine sehr spielstarke Viertligatruppe; inzwischen kann ich ja aus erster Hand bestätigen, was ich mir früher nur gedacht habe.“

Damals hatte Dominique Henschel aufgrund seiner jungen Jahre beschlossen, doch noch eine Saison bei NARVA dranzuhängen, um noch mehr Erfahrung in der Verbandsliga sammeln zu können, ehe er den Sprung in die Oberliga in Angriff nehmen wollte. Heute kann man mit Fug und Recht feststellen, dass dem jungen Mann nicht nur der Sprung, sondern auch die Landung in der Oberliga Ostsee Spree bestens gelungen ist. Was er am Handball liebt – das Tempo, die Körperlichkeit und das binnen Minuten selbst ein komfortabel wirkender Vorsprung beim Teufel sein kann – darf er jetzt Spieltag für Spieltag erleben.

„Dminique hat sich sehr rasch in unser Team eingefunden und ist dabei, sich seinen Platz mit Engagement und Einsatz beim Training und im Spiel zu erkämpfen“, bestätigt sein neuer Trainer Tilo Leibrich ohne Zögern. Warum auch nicht? Nach drei Spielen kann Dominique bereits vier Treffer auf seinem Kerbholz einritzen. „Das ist noch sehr ausbaufähig“, winkt der leicht verlegen ab und hat auch damit Recht. Schließlich möchte er mit seiner neuen Truppe am Ende irgendwo zwischen Platz 1 und 3 landen.

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