Am kommenden Sonntag stehen die Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg und des TSV Wattenbeck in Wattenbeck vor der für beide Teams möglicherweise vieles entscheidenden Partie der Saison (Anwurf: 15:00 Uhr). Dass es ein schönes Spiel wird, ist eher unwahrscheinlich. Dass es ein dramatisches Spiel wird, dürfte hingegen einigermaßen sicher sein.

Diese Begegnung muss gewonnen werden, wenn man den letzten Nichtabstiegsplatz einigermaßen sichern will. Dummer Weise gilt das für beide Mannschaften. Und dann sind die Vorzeichen auch noch ungefähr gleich verteilt. Das Hinspiel in Altlandsberg am 11.11.2017 ging zwar mit 30:28 an die Grün-Weißen, sicherte ihnen lange Zeit den Tabellenplatz vor den Aufsteigerinnen aus Wattenbek. Inzwischen aber sieht die Sache aus Altlandsberger Sicht leider anders aus. Dank der in jeder Hinsicht überflüssigen Niederlage gegen Schwerin und aufgrund des Sieges Wattenbeks gegen Travemünde, sind die MTV-Damen hinter Wattenbek gerutscht.

Der TSV geht also mit einem Punkt Vorsprung vor dem MTV in die Partie. Gewinnen die Gastgeberinnen, werden die Altlandsbergerinnen bereits drei Punkte vom Nichtabstiegsplatz 9 trennen. Und sollte dem TSV 1860 Travemünde am Samstag gegen die HSG Jörl DE Viöl eine ähnliche Sensation gelingen, wie bei ihrem 23:22 Erfolg gegen den damaligen Tabellenführer TSV Nord Harrislee, hält der Fahrstuhl für die MTV-Damen sogar noch einen Stock tiefer.

Es gibt für alle Altlandsbergerinnen und ihren Anhang daher nur einen Ausgang des Matches, der es erlaubt, sich all diese Berechnungen mit ihren zahlreichen Unbekannten schenken zu können. Sie müssen gewinnen. Hoch und souverän wäre schön, knapp und umkämpft reicht aber auch. Nur in diesem Fall würde der MTV mit dem TSV wieder die Plätze tauschen und auf dem 9. Rang landen. Damit wäre der Abstiegskampf zwar noch alles andere als beendet, aber es würde doch ein Durchatmen aller Beteiligten erlauben.

Wer jedoch die Rechnung ohne den Wirt macht, hat wahrscheinlich bereits verloren. Und der Wirt, das sind die Gastgeberinnen. Zu Hause lieferten sie zuletzt sehr solide Leistungen ab. Gegen Travemünde siegten sie ebenso deutlich wie unangefochten mit 32:22. Dem FHC trotzten sie sogar ein 27:27 Uentschieden ab; ein Ergebnis, das dem MTV wohlgemerkt nicht reichen würde. Dass der Klassenerhalt für die Aufsteigerinnen das Größte überhaupt wäre, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung.

Grund genug, dass der MTV-Vorsitzende André Witkowski vor diesem Schicksalsspiel höchstselbst das Wort ergreift: “Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit unseren 1. Damen in Abstiegsnöten stecken. In der Saison 2014/15 waren wir eigentlich bereits unten durch und konnten uns nur durch den Sieg im letztmöglichen Spiel in der außerplanmäßigen angesetzten Relegation retten. So toll das als Team-Building-Maßnahme auch gewesen sein mag, es gibt niemanden beim MTV, der oder die das nochmal durchleben wollte.

Ich erwarte daher von unserer Mannschaft mit ihrem Trainer Sebastian Grenz, dass sie alle gemeinsam ihr Herz in die Hand nehmen und den Charakter an den Tag legen, der unsere 1. Damenmannschaft schon immer und ganz gleich in welcher Besetzung ausgezeichnet hat. Die Mädels haben die letzten beiden Partien zwar verloren. Aber sie haben gegen Spitzenmannschaften der Liga verloren, und das nachdem sie beide Male lange Zeit hatten mithalten können, zeitweise sogar geführt hatten. Mit ein bisschen mehr Fortune wäre auch ein anderer Ausgang nicht undenkbar gewesen. An diese Leistungen werden sie gegen Wattenbek anknüpfen und die berühmte Schippe drauflegen müssen, um sich selbst, ihre Fans, ihre Sponsoren und nicht zuletzt ihren MTV endlich auch mit einem Sieg und zwei Punkten zu belohnen. Es könnte keinen passenderen Zeitpunkt dafür geben, als den kommenden Sonntag.”

Foto: Edgar Nemschok

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