Auch im vorletzten Heimspiel des Jahres gelingt es den Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg nicht, sich selbst für Aufwand und Willen zu belohnen. Sie unterliegen der überglücklichen Vertretung des SV Henstedt-Ulzburg mit 22:24 (9:10) Toren.

Die Hinrunde der Saison 2018/19 können MTV-Coach Sebastian Grenz und seine Schützlinge abhaken. Sie ist nämlich vorüber. Die Partie gegen den SV Henstedt-Ulzburg war tatsächlich bereits die elfte und damit schon die letzte. Mit Ruhm haben sich die Grün-Weißen in dieser Hinserie nicht bekleckert. Sie geht im Gegenteil als eine der am wenigsten erfolgreichen in die Geschichte dieser Mannschaft ein, die sich in besseren Tagen auch schon mal in die Play-Offs zum Aufstieg in die 1. Bundesliga gespielt hatte.

Dass bessere Tage bereits in dieser Saison 2018/19 auf das derzeit dümpelnde Altlandsberger Flaggschiff warten, davon ist MTV-Vorsitzender und Chef der AG Leistungshandball André Witkowski überzeugt: „Natürlich gibt es am bisherigen Verlauf der Dinge nichts zu beschönigen. Unsere Damen sind hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurückgeblieben. Auch das anhaltende Verletzungspech, das wie Pattex bis in diese Vorweihnachtszeit an der Truppe haftet, vermag an dem ernüchternden Befund wenig zu verbessern.“

„Aber“, so der MTV-Chef weiter, „die Mädels liegen nicht nur hinter den allgemeinen Erwartungen, sie sind bisher auch hinter ihren Möglichkeiten geblieben. Und so merkwürdig das aufs erste Hören auch klingen mag: das ist die gute Nachricht. Sie können mehr. Das haben sie bereits in den letzten Partien der Hinserie hie und da aufblitzen zu lassen. Auch gegen den SV Henstedt-Ulzburg. Diese Blitze in Jupiterlampen zu verwandeln, haben sie selbst in der Hand und ist ihre Pflicht und Schuldigkeit. Ich wüsste nicht, weshalb das nicht bereits im ersten Match der Rückrunde gegen Buxtehudes Zwote gelingen sollte.“

Um die Prognose ihres Vorsitzenden in Realität zu verwandeln, müssen die Mädels in Grün-Weiß vor allem an ihrer Konstanz arbeiten. Technik und Taktik, Spieleröffnung und Spielwitz, Abwehr und Angriff, Abschlüsse und nochmal Abschlüsse, es gibt eigentlich keinen Aspekt eines Handballspiels, in dem die Altlandsbergerinnen nicht schwankende Leistungen gezeigt hätten. Nicht nur von Spiel zu Spiel, sondern innerhalb der 60 Minuten ein und derselben Partie. Das war bereits im ersten Saisonmatch gegen den Buxtehuder SV II so, in dem man bis zur 40. Minute tatsächlich in Front gelegen hatte. Das war gegen Henstedt-Ulzburg nicht anders, jedoch ohne die jeweilige Führung stabilisieren zu können.

„Momentan bestätigen wir tatsächlich die Richtigkeit des Sprüche-Klassikers `Erst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu´“, räumt der Altlandsberger Übungsleiter zerknirscht ein. „Aber man kann noch so lange über vergossene Milch jammern, sie bleibt vergossen. Wir haben die Hinrunde abgehakt und blicken nach vorn. Die Mädels freuen sich auf das Kräftemessen mit der Erstligareserve Buxtehudes am kommenden Samstag. Zwischen den Jahren planen wir ein Kurztrainingslager, um uns auf die Rückrunde einzuschwören. Und dann wartet gleich zum Jahresauftakt das Final Four des HVB-Pokalwettbewerbs auf uns.“

Die Altlandsberger Damen haben es mit anderen Worten selbst in der Hand, den Auftakt dieser Serie vergessen zu lassen, den zehnten Tabellenplatz zur Halbzeit nach oben hinter sich zu lassen und sich wieder dorthin zu spielen, wo sie hingehören: in die Herzen ihrer treuen Fans und Anhänger.

MTV:
Jennifer Höft (Tor), Karolina Czyz (Tor), Manja Berger, Josefine Dähne 4, Ann-Catrin Höbbel 8/5, Josephin Keßler, Sophia Mattisseck, Christine Miniers 3, Lavinia Poterasi 1, Magdalena Stanulewicz 3, Anne Weier, Beatrice Zacharias 3.

Foto: Edgar Nemschok

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